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Crime Fiction
(Modern) - Classics
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Crime Fiction - Kriminalgeschichten in Schottland

Die Inspector Rebus Serie von Ian Rankin


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Die 20 Bücher der Serie folgender Karriere des DI (Detective Inspector) John Rebus über ungefähr genauso viele Jahre. Sie zeigen dabei ein nicht unbedingt realistisches Bild von Schottland (und insbesondere Edinburgh, wo Rebus seine meisten Fälle löst), aber bilden dennoch einen netten (und teilweisen nötigen) Kontrast zu den romantisch-verklärten Schottland-Romanen (und damit meine ich nicht nur die Bücher am Bahnhofskiosk – die mit dem Highland-Krieger im ausgerissenen Hemd, das Haar im Wind fast genauso stark wogend wie der Busen der in seinen Armen dahinschmelzenden Eroberung). Rakin war mutig genug seinen Helden altern zu lassen und somit altert natürlich auch das Schottland (von der sozialen Armut der Thatcher Zeit, über das neue Cool Britain des Tony Blairs, bis zur neuen pseudo-unabhängigen Nation), auch werden immer wieder historische Aspekte (vor allem natürlich im kriminalistischen Umfeld, zum Beispiel Rebus Faszination mit Bible John genannt, einen Serienkiller der im Glasgow der 60er Jahre sein Unwesen trieb). Das Schöne ist bei Rebus weiß man nie genau was einen erwarte, mal begegnet man einen Serienmörder (Tooth & Nail, früher Wolfman – deutsch: Wolfsmale), der Claudia glücklich machen würde, mal liest man eine moderne Version von Jeckyll und Hyde (Hide & Seek – deutsch: Das zweite Zeichen) und ein anderes Mal wird man mit Rebus zusammen auf einen deutschen Kriegsverbrecher angesetzt, der sich seit Jahrzehnten in Edinburgh versteckt hält (The Hanging Gardens – deutsch: Die Sünden der Väter). Rankin lässt seinen Helden nicht nur einen Fall pro Buch untersuchen, sondern zeigt da komplexe Berufsleben der Polizisten auf und oft stellt sich im letzten Drittel des Buches heraus, dass der Fall, den man als Haupthandlungsstrang betrachtet hatte, eine ganz mondäne Lösung hat, während etwas was ehe nebensächlich erschien, plötzlich in einem explosiven Finale endet.
Ein besonderes Bonbon ist Rebus's Scotland: A Personal Journey ein Album von schwarz-weiß Fotos, welche die Inspirationen für Rankins Welt zeigen – ein effektives Gegenmittel für alle, die zu viel Tartan-Abtrockentücher und Highland Terrierpuppen gesehen haben.
A Personal Journey
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Claudia, meiner Thriller-Beraterin und Expertin für allerlei brutale Morde (Kulleraugen wie sie Walt Disney nicht besser hingekriegt hätte, aber solche Sätze von sich gebend: „Jetzte hab ich schon 200 Seiten gelesen und er hat nur 4 Leute mit einem rostigen Löffel in kleine blutige Stücke zerhackt – und so was schimpft sich Serienmörder!“), würde ich die Rebus Bücher vielleicht nicht empfehlen. Nicht weil sie nicht brutal sind, denn das sind sie (nicht umsonst bezeichnet man Rankins Schreibstiel als Tartan Noir), aber weil sie doch ehe Police Procedures sind, und keine reine Thriller. Die Rebus Bücher haben keinen großen (übermenschlich wirkenden) Gegenspieler für den Polizisten – keinen Moriaty oder Hannibal Lector...
Nein, für Claudia hätte ich ehe einen anderen Tipp, Rankin hat da nämlich noch einen Freund, den er gelegentlich auf ein Pint im Pub trifft und der schreibt auch Thriller:

Complicity (deutsch: Verschworen) und The Wasp Factory (deutsch: Die Wespenfabrik) von Iain Banks.


Verschworen
Die Wespenfabrik
Wasp factory
Complicity
Banks ist ein ausgesprochen talentierter Autor mit einem ungewöhnlich weitem Themenspektrum, so schreibt er zum Beispiel auch unter dem Namen Iain M. Banks Science Fiction Romane.
Verschworen ist eine brutale Abrechnung mit dem Yuppie-Schottland der 80er Jahre, die in Edinburgh beginnt uns sich quer durch Schottland zieht. Banks bietet hier ein Blick hinter den Kulissen der Großindustrien, zeigt uns wie Schottland sich ändert. Hier erinnere ich mich immer noch an eine Beschreibung einer Whiskybrennerei, die von einem Großkonzern übernommen wird und wie sich die Traditionen der Arbeiter (zum Beispiel der angels’ share) die teilweise in der dritten oder vierten Generation dort abreiten, ändern müssen. Klingt vielleicht im ersten Augenblick langweilig, aber ist mit soviel Leichen und Sex gepflastert und in einem ungeheueren tempo geschrieben, dass man den sozialen Subtext praktisch unbemerkt durch Diffusion aufnimmt. Im Gegensatz dazu spielt Die Wespenfabrik größtenteils auf einer kleinen Insel (ausgenommen einiger Rückblicke nach Glasgow) und ist aus der Sicht sehr verwirrter und tödlicher Jugendlicher geschrieben. Hier kommt sehr schön das leicht Unnatürliche, das zu Weilen über Schottland zu schweben scheint, zum Ausdruck. Das Buch ist mehrfach ausgezeichnet und enthält einer der schockierensten Wendungen überhaupt.
Beide Bücher sind zur Zeit nur gebraucht in Deutschland zu erhalten (wobei ein Cover Banks als ‚Die Sensation aus England’ ankündigt), das allerdings oft für relativ wenig Geld.

Weitere Info:
www.krimi-couch.de
http://www.pcplayer.de



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Zusammenfassung dieser Seite: Möchten Sie etwas über ein weiteres Land mit keltischer Vergangenheit erfahren, dann informieren Sie sich doch einfach über Irland - Logo erstellen - Logo gestalten - Firmenlogo erstellen - Die 20 Bücher der Serie folgender Karriere des DI (Detective Inspector) John Rebus über ungefähr genauso viele Jahre. Sie zeigen dabei ein nicht unbedingt realistisches Bild von Schottland (und insbesondere Edinburgh, wo Rebus seine meisten Fälle löst), aber bilden dennoch einen netten (und teilweisen nötigen) Kontrast zu den romantisch-verklärten Schottland-Romanen.




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