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Fremdenfeindlichkeit

Fremdenfeindlichkeit in Schottland? Daran sind ja wohl die Engländer schuld!

Uns liegt Schottland sehr am Herzen, wie Sie sicherlich/hoffentlich beim Lesen schon bemerkt haben, und das erklärte Ziel dieser Seiten ist es Ihnen aufzuzeigen warum wir Schottland so besonders finden, bzw. sicher zu gehen, dass Sie einen tollen Urlaub dort haben werden. Deshalb haben wir lange überlegt, ob wir das Thema Fremdenfeindlichkeit, und damit ist nicht unbedingt das Verhalten Ausländern gegenüber gemeint, überhaupt anschneiden sollen. Anderseits, sind es ganz interessante historische Aspekte, die wir hier beleuchten wollen, und dieser Abschnitt soll auch helfen die schottische Seele etwas besser kennen zulernen. Aber lassen Sie uns doch lieber anders anfangen, reden wir zu erst über das Positive:

In Schottland gibt es sehr wenig rassistische Ausschreitungen, das soll nicht heißen, dass es ein Land ist, das ein Paradies auf Erden ist. Aber wenn man sich einige Gegenden von England zum Vergleich anguckt, wo fast jede Woche ein pakistanisches Geschäft in Flammen aufgeht oder am Wochenende jemand wegen seiner Hautfarbe krankenhausreif geprügelt wird – dann kann der Schotte schon stolz sein, auf sein Land: Die Großstädte haben blühende asiatische Gemeinden und die BNP (British National Party „Wir sind keine Nazis, wir wollen nur das beste für alle Briten, wobei wir definieren wer ein Brite ist“) ist nördlich des Hadrians Wall bedeutungslos (bevor die Emails eingeflogen kommen: Ja, wir wissen, dass der Wall nicht die offizielle Grenze ist!). Fremde, vor allem Touristen, die für das Überleben des Landes ja essenziell sind, werden in Schottland in der Regel freundlich und hilfsbreit empfangen (auch wenn der Deutsche mit seinem Schulenglisch nicht wirklich drauf vorbereitete ist, den verbalen Teil des Empfangs auch zu verstehen – aber das ist eine andere Geschichte!). In dreißig Jahren Leben oder zu mindestens Urlauben in Schottland, bin ich ein einziges Mal mit einem Hitlergruss konfrontiert worden und das eine Mal wo mich ein betrunkener Glaswegian in der U-Bahn angesprochen hat, warum wir denn die Juden vergast haben, war ehe ein trauriges Ereignis, denn aus seinen Augen sprach echtes Unverständnis und keine Aggression. Das fällt kaum ins Gewicht, wenn man dagegen die unzählige Male aufzählt wo ich auf Vorsprung durch Technik oder das Oktoberfest angesprochen wurde. Als Gegenbeispiel sei hier auch eine Professorin an der University of Glasgow erwähnt, die in Tränen ausbrach als sie uns Videos von der Wiedervereinigung zeigte (während ich nur da saß und überleget, dass der ‚Soli’, den meine Eltern in Deutschland wegen dieser Wiedervereinigung zahlten, mich in Schottland daran hinderte, Geld in die lokale Wirtschaft, vor allem diverse Brauereien, zu investieren).

Leider, und auf solche Bemerkungen muss tragischerweise immer ein ‚Leider’ folgen, hat sich die Situation in den letzten Jahren verschlechtert. Durch die unverständliche Politik Asylbewerber in Slums unterzubringen, die eh schon soziale Brennpunkte sind, ist es jetzt schon öfters zu vereinzelten Übergriffen gekommen.

Trotzdem, kann man sagen, dass die Schotten im Prinzip ein sehr tolerantes Volk sind, mit zwei Ausnahmen: 1) Fußball und Religion 2) Engländer, wobei die Kombination der Beiden (also 3.) schon wieder recht seltsame Früchte trägt. Die Tartan Army, die Hardcore-Fans, die das Schottischen Nationalteam unterstützen, zählen zu den friedfertigsten Fans überhaupt, aber nur aus einem einzige Grund: Sie wollen den englischen Fans damit eins auswischen!

1. Fußball und Religion, oder um genauer zu sein: Fußball in Glasgow ist Religion.

Some people believe football is a matter of life and death.
I'm very disappointed with that attitude.
I can assure you it is much, much more important than that.

                               William "Bill" Shankly, Fußballlegende

Wenn man von einem Fremden gefragt wird welchen Glasgower Verein man unterstützt ist nur eine einzige Antwort klug: Partick Thistle, das ist so etwas wie neutraler Boden, eine Antwort auf die niemand sauer reagieren sollte. Partick ist der dritte (oft vergessene) Verein, neben den protestantischen Rangers und den katholischen Celtic. Protestantisch und katholisch muss das denn erwähnt werden, wenn es um Fußballvereine geht? Leider ja, es ist nämlich folgendermaßen: Etwa 10 % der Schotten sind Katholiken (wobei sich ‚Katholik’ nicht unbedingt als einer Glaubensrichtung folgend definiert, ich kenne durchaus katholische Atheisten, die sich als solche bezeichnen und darin keinen Widerspruch sehen), verteilt auf einige wenige Hebrideninseln und Glasgow. Die Katholiken in Glasgow haben oft irische Wurzeln, was St. Patrick’s Day dort auch besonders nett macht, und kommen traditionell (!) aus den ärmeren sozialen Schichten, was also schon ein gewisses Konfliktpotential zu den Portestanten erklärt – in der Tat, man hat oft das Gefühl, dass der Irlandkonflikt auf kleiner Bühne auf den Fußballfeld, bzw. in der Stadt Glasgow nachgespielt wird. Wäre eigentlich lächerlich, wenn es nicht schon Tote gegen hätte, was auch erklärt, warum viele Pubs in Glasgow ein Schild draußen hängen haben: No Colours, das heißt nicht etwa keine Farbigen (Sie sind ja schließlich im modernen Schottland und nicht im Alabama der 50er und, wie gesagt: Schotten sind keine Rassisten), sondern bedeutet keine Fußballfarben, also man soll bitte nicht hoffen bedient zu werden, wenn man in Rangers Blau oder Celtic Grün reinmarschiert kommt.

In Glasgow gibt es auch die Orangemen Marshes zu sehen, wo die protestantischen Anhänger Königs William III of England (William of Orange) seinen Sieg gegen James II bei Fluss Boyne in Irland zelebrieren (diese Schlacht war die Ursache der schottischen Jacobiter-Aufstände und der Hunderten von Jahren irischen Blutvergießens). Eine Besonderheit dieser Märsche ist, dass jeder der es wagt die Strasse zu überqueren (und damit die Prozession zu stören) mit einer zusammengerollten Zeitung einen Schlag über den Kopf bekommt und die Polizei seelenruhig dabei zuguckt. Dieser kindische Schutz gegen Störung hatte sich spätestens in den 1980s zu einen Selbstläufer entwickelt, als die Orangemen ihre eigenen Prozessionen durcheinander brachten und alle schnell nach vorne liefen, um jemanden der vielleicht die Strasse noch überqueren wollte präventiv eins auf dem Deckel zu geben. Dieses Verhalten, gepaart mit dem beharrlichen Bestehen auf traditionelle Routen (sprich: Routen, die mit Vorsicht ausgewählt worden um möglichst eine Vielzahl von Katholiken zu irritieren) hat dazu geführt, dass die Protestmärsche gegen den religiösen Wahn heute um ein Vielfaches größer sind, als die eigentlichen Orangemen Marshes.

Und damit Sie jetzt nicht den Eindruck gewinnen, dass es nur die Portestanten sind, die Ärger suchen, lassen Sie mich kurz noch einige Jahre zurückschauen. Damals war es in einigen Glasgower Pubs durchaus üblich, dass am St. Patrick’s Day eine Spendenschüssel raumgereicht wurde und jeder Gast – mehr oder minder – genötigt wurde eine größere Kleinigkeit zu spenden. Nun war diese Spende aber keinesfalls für notleidende Iren (die Kartoffelmissernte ist nun ja wirklich schon einige Jahre her) und gar für ein neues Papstmobil, sondern für die IRA (weswegen es nicht unbedingt geschickt war eine Spendenquittung zu verlangen)! Dies hat sich erst im großen Stil geändert, als die Anschläge vom 11. September, dafür gesorgt haben, dass die amerikanischen Geldgeber ihre Spendenpolitik überdachten, was dann auch internationale folgen hatte.

Was wollen wir Ihnen denn hiermit eigentlich sagen? Eigentlich nur, dass für Schottland die selben Regeln gelten wie auch anderswo in der Welt: Diskutieren Sie nicht mit Fremden über Themen, die emotional geladen sind, und wenn Sie dann merken, dass der andere sehr erhitzt reagiert, sollten Sie a) sich einfach höflich entfernen oder b) dem anderen einen Drink spendieren. Eigentlich logisch, oder?

2. Engländer

Also: Gott und der erste Schotte durchstreifen das neuerschaffene Schottland, durch die Highlands, über die Heide, vorbei an Bächen die überfüllt sind tanzenden Lachsen, bis sie schließlich auf der Spitze des Ben Nevis enden. Hier, bei einem Single Malt fragt Gott: „Na Schotte, wie gefällt dir dein zukünftiges Land?“
Der Schotte antwortet: „Es ist toll, Gott! Die schönste Heidelandschaft der Welt, genug Wild und Vögel um ewig satt zu sein, und dieses tolle Getränk hier – ich bin sicher, dass Schottland das Paradies auf Erden ist. Aber womit habe ich dieses absolut perfekte Land nur verdient?“
Gott lächelt und schaut nach Süden: „Perfekte Land? Na dann warte mal bis du deine Nachbarn kennen lernst!“

Die Schotten hassen die Engländer – Punkt. Punkt? Nein, ganz so einfach ist das auch wieder nicht, die Schotten hassen die abstrakte Idee Engländer, nicht die eigentlichen Personen. Immerhin teilen Schotten und Engländer (in der Regel vergisst man bei solchen Diskussionen einfach immer die armen Waliser) schon seit unzähligen Jahrhunderten dieselbe kleine Insel, Engländer studieren in Schottland, Schotten studieren in England, man ist miteinander und untereinander verwandt und – nur im das Thema Fußball noch einmal aufzugreifen – es ist fast unmöglich einen schottischen Nationalspieler zu finden, der nicht auch für das englische Team spielen dürfte. Selbst wenn der Schotte 99 % aller Engländer mag, die er kennt, so wird er behaupten, dass diese sicherlich die Ausnahme seien.
Warum diese Abneigung?
Der Schotte hat, wie man auf Englisch sagt, a chip on his shoulder. Er fühlt sich als der Blinddarm Großbritanniens – Irgendwie da, aber nicht sonderlich wichtig.

England 51 Millionen Einwohner, Schottland 5,1 Millionen (Wales 3 Millionen) also gibt es grob zehn mal so viele Engländer wie Schotten. Nicht ganz überraschend, dass also England das Vereinigte Königreich dominiert und das schon seit 1603, über 100 Jahre bevor es das Vereinigte Koenigreich überhaupt gab – ganz schön verwirrend, oder? Wir noch schlimmer!
1603 kam es nämlich zur Personal Union, Elizabeth I. von England war kinderlos (und je nach dem wie naive man ist: jungfräulich) gestorben und hatte den Sohn ihrer entfernte Cousine und Erzfeindin Mary Queen of Scots (Maria Stuart für alle Schiller Fans unter den Lesern) zu ihren Nachfolger auserkoren. Und so zog James VI von Schottland aus Edinburgh nach London um dort als James I von England (und Irland, aber das wird jetzt wirklich zu kompliziert) auch über den südlichen Nachbarn zu regieren. Allen Berichten zu folge, tat er dies ziemlich gerne und weinte Schottland keine Träne nach. Seit dem residiert der König oder die Königin, erst der beiden Königreiche, ab 1707 dann des Vereinigten Königreichs in London, während Edinburgh still schweigend vergessen wurde. Da der Herrscher in London war, wurde folglich auch die gemeinsame Regierung in England etabliert und das Königreich, später auch das Empire von dort regiert. Entscheidungen wurden also bis vor kurzen (das neue schottische Parlament trat 1999 zum ersten Mal zusammen, ist aber nur bedingt eigenständig) zentral und mit wenig Feingefühl für lokale Verhältnisse getroffen. Was nun hatte folgen sollen/müssen ist eine Periode des Zusammenwachsens, wo sich ein neues Verständnis, ein Verständnis als Briten entwickelt. Was nun aber folgte waren zwei Aufstände innerhalb von 50 Jahren – die sogenannten Jacobiter Aufstände. Der zweite Aufstand, von 1745, zeigt ganz gut die bestehende Problematik: Bonnie Prince Charlie hatte für das Haus Stuart Schottland praktisch erobert. Aus seinem Verständnis raus musste er aber England ebenfalls erobern (wir erinnern uns die Stuarts stellten den gemeinsamen König seit über 130 Jahre), seine schottische Army war allerdings nicht sehr motiviert als es nach England ging (eine Nation erst 38 Jahre) und so metzelten die Engländer (die dies als einen schottischen Aufstand empfanden) sie nieder und versuchten zukünftige Rebellionen zu unterbinden in dem sie alles schottische verboten.
Wie gesagt, alles ganz schon kompliziert, und deshalb sehr vereinfacht: Der Schotte weiß bis heute nicht was es heißt Brite zu sein, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, seine alte Identität mit beiden Händen festzuhalten. Das funktioniert noch heute, Schottland hat verglichen mit den Rest des Vereinigten Königreichs noch immer sein eigenes Bildungssystem (hier kann man mit 16 Jahren schon an eine Universität studieren, oder vorher noch die Highers machen, während man in England erst ein, zwei Jahre später mit dem Studium beginnen kann, aber vorher gerne A-levels erreichen darf. Der normale Abschluss ist ein 4-jähriger Bachlor Honours Degree nicht ein 3-jähriger Bachlor) und ein eigenes Rechtssystem (im schottischen Recht gibt es keinen Unbefugten Zugang und es gibt drei mögliche Urteile: Schuldig, Unschuldig und Sicher Schuldig, aber nicht beweisbar), um nur zwei Beispiele zu nennen. Schottland druckt sogar sein eigenes Geld, dass – gleich in Bedeutung dem Disney Dollar – genauso viel wert ist wie ein Pfund Sterling und nur in Schottland, aber nicht im Rest des Vereinigten Königreiches ein legales Zahlungsmittel ist (aber in einen Anfall von Gemeinheit, was könnte es auch sonst sein, akzeptieren viele Engländer schottisches Geld ohne zu murren).
Und weil dem Schotten in der Regel dieses Verständnis des Briten-sein fehlt, sieht er sämtliche Entscheidungen der zentralen Regierung aus London, England als ein Einmischen von Außerhalb, als ein Einmischen der Engländer! Es gab auch in der Tat einige schwer verständliche Entscheidungen: So geht das Nordseeöl, das vor Schottlands Küsten gewonnen wird, oft direkt nach England und die unpopuläre Polltax wurde zu Probezwecken in Schottland ein Jahr früher eingeführt als im Rest des Königreiches. Also Diskriminierung? Sicher nicht, denn Schottland ist im britischen Parlament, also das in London und das einzige das für England zuständig ist, übervertreten, wenn man die Einwohnerzahlen betrachtet. Während England im schottischen Parlament gar nicht vertreten ist. Auch fließen mehr Steuergelder nach Schottland, als von dort eingenommen werden. Sicherlich ist das bestehende politische System nicht perfekt, aber sicherlich ist es auch nicht nur dazu ausgelegt um den Schotten eins auszuwischen.

Nicht das Tatsachen den Jahrhundert-alten Gefühlen im Weg stehen können.

Natürlich gibt es neben dieser (Über)analyse der Situation auch eine viel einfachere Erklärung. Keine zwei Nationen können fast 1000 Jahre nebeneinander existieren ohne, dass nicht die eine mal die andere versucht zu erobern, und dann wieder andersherum. Auch hilft es uns immer uns als Einheit zu verstehen, wenn wir uns von unseren Nachbarn abgrenzen können; und das geht immer am besten indem man (auch ruhig fiktive) Unarten des Nachbarlandes hochstilisiert. Was bei der ganzen Sache nicht hilft, ist die Angewohnheit einiger Engländer und vor allem des Auslandes den Begriff England als Synonym für Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland zu benutzen. CNN berichtet live aus dem Studio in Cardiff, England – was die Waliser zur einziger Nation auf Gottes Erden macht, deren Hauptstadt im Ausland liegt und ich weiß nicht wie oft ich versucht habe selbst guten Freunden zu erklären, dass Schottland nördlich von England und nicht im Norden von England liegt. Es nervt einfach. Stellen Sie sich einfach vor Sie wurden dauernd erklärt bekommen, dass Bayern südlich von Deutschland liegt. Als erstes würden Sie vielleicht über den Wissenstand der Person, die diese Aussage macht, einfach nur die Nase rümpfen. Wenn Sie es allerdings oft genug hören, von intelligenten Personen, wenn Menschen die es einfach besser wissen sollten, dann werden Sie irgendwann genervt und vielleicht dann sauer. Gratuliere, Sie sind nun in der mentalen Verfassung eines nicht-englischen Briten!

Sie werden vielleicht bemerkt haben, dass ich in dieser Diskussion zwar immer brav Wales miterwähnt habe, aber mich ein wenig davor gedrückt habe Nordirland in diesen Text mit einfließen zu lassen – ein Konfliktthema, bei dem es bis vor sehr kurzer Zeit so viele Tote gegeben hat, kann nicht einfach mit ein paar Zeilen abgehandelt werden. Sollte es auch nicht.
Im Gegensatz zum Irish Question, also der Frage einer einheitlichen irischen Nation, war und ist der Nationalismus, oder auch nur der Patriotismus Schottlands in modern Zeit nie in gewalttätigen Bahnen verlaufen. Zwar gab es eine an die IRA angelehnte SRA (also: Scottish Repulican Army), aber ihre Mitglieder ließen sich wohl vollständig mit Wachsmalstiften auf der Rückseite einer Briefmarke auflisten. Ebenfalls sollte der Vollständigkeit halben die Bombenattacken erwähnt werden, die der Krönung Elizabeths folgten – hier wurden Briefkästen in die Luftgesprengt, die mit dem Monogram der Königin versehen waren in die Luft gesprengt, Personen kamen keine zu schaden. Der Grund für diese Attacken? Die Initialen der Königin – ER II (Elizabeth Regina Secunda) – was sie nicht ist! Sie ist Elizabeth die II. von England, aber Elizabeth die I. von Schottland und Großbritannien (und in der Tat wird sie in manchen Geschichtsbüchern auch genauso bezeichnet). Sonst beschränkte sich das schottische Selbstverständnis darauf Petitionen zu unterschreiben, welche die Unabhängigkeit Schottlands verlangen (mehr als 6 Millionen Unterschriften, nicht schlecht bei 5 Millionen Schotten) und ein Eliteteam von Ninjaschafen, als betrunkene Studenten getarnt, in die Westminster Abbey zu schicken und den Krönungsstein (Stone of Scone von Edward I. nach England überführt – das ist der Bösewicht aus Braveheart). Ich bin mir nicht sicher was peinlicher ist, dass der ganze Plan aus Reingehen, Stein nehmen, Rausgehen bestand, oder dass er auch noch funktioniert hat? Jedenfalls, war der Stein für einige Zeit weg, tauchte dann wieder auf und ist inzwischen in Edinburgh Castle zu sehen.
Und da dies so im Grossen und Ganzen schon alle Auswüchse des schottischen nationalen Aufbegehrens sind und vieles davon auch noch vor 50 Jahren geschah, kann man schon wieder fast stolz auf die Schotten sein, die es nun trotzdem geschafft haben, etwas mehr Freiheit zu bekommen. Vielleicht lernen sie ja so, was es heißt Brite zu sein.

P.S.:
Was man jetzt auch immer als Grund der Abneigung von Schotten gegen Engländer sehen mochte, Tatsache ist, die Engländer tun das mit Abstand schlimmste was ein historischer Erzfeind in Friedenszeiten einen antun kann – Sie hassen die Schotten nicht zurück!




3. Fußball und die Engländer

Nur zwei kurze Bemerkungen, da ich kein Fußballexperte bin:

Diego Maradona wurde bei seinem ersten Länderspiel als Trainer der Argentinischen Nationalelf gegen Schottland von schottischen Fans im Stadion mit einem Plakat begrüßt: Danke für 1986!
Da hatte er als Spieler die Argentinier zum Weltmeistertitel verholfen. Der Gegner? England natürlich!

Obwohl Schottland (mit England zusammen, da geht die Rivalität schon los) die älteste Nationalmannschaft der Welt hat und das erste internationale Fußballspiel 1872 bestritten hat (natürlich gegen wen? Ja, England), ist die schottische Nationalmannschaft eher mittelmäßig. War sie schon immer! Einige der wenigen Ausnahmen? Na ja, da wäre ein Spiel 1967 gewesen. England war im Jahr zuvor Weltmeister geworden (Endspiel gegen die BRD 4-2 fragen Sie ruhig mal einen Deutschen, der alt genug ist das Spiel gesehen zu haben, dem steigt heute noch der Schaum vorm Mund), also hatte Schottland (das sich noch nicht mal für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatten) nichts besseres zu tun, als sie in Wembley 3-2 zu schlagen. Reine Trotzreaktion.



Titel dieser Seite: Fremdenfeindlichkeit in Schottland? Daran sind ja wohl die Engländer schuld!
Zusammenfassung dieser Seite: Möchten Sie etwas über ein weiteres Land mit keltischer Vergangenheit erfahren, dann informieren Sie sich doch einfach über Irland - Logo erstellen - Logo gestalten - Firmenlogo erstellen - Uns liegt Schottland sehr am Herzen, wie Sie sicherlich/hoffentlich beim Lesen schon bemerkt haben, und das erklärte Ziel dieser Seiten ist es Ihnen aufzuzeigen warum wir Schottland so besonders finden, bzw. sicher zu gehen, dass Sie einen tollen Urlaub dort haben werden. Deshalb haben wir lange überlegt, ob wir das Thema Fremdenfeindlichkeit, und damit ist nicht unbedingt das Verhalten Ausländern gegenüber gemeint, überhaupt anschneiden sollen.




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